NN-igkeit: Was ist das?

  1. Jeder abstrakte Gedanke wird mit einem Beispiel erklärt. Immer wenn wir einen abstrakten Gedanken formulieren (z.B. „Emotionen sind Bestandteil ihres Arbeitsalltags”, „Rollenorganisationen reagieren flexibel auf individuelle Bedürfnisse”), erklären wir ihn anhand eines konkreten Beispiels. Wir beschreiben z.B. wie Martha, der Chefin on Organisation X, bei der Verabschiedung ihres Bereichsleiters Kevin die Tränen kommen oder schreiben auf, wie Deniz seine Stunden reduzieren wollte und dafür Rollen abgegeben hat. Ziel ist, dass die Leser*innen sich immer visuell und emotional andocken können, also nicht nur rational verstehen, sondern auch sehen und spüren, was das Gesagte für Auswirkungen hat.
  2. Jeder wichtige Gedanke ist auch visuell dargestellt. Jeder wichtige Zusammenhang (z.B. „A und B führen zu C”) und jedes gedankliche Modell sollte auch visuell dargestellt werden. Das geht meistens gut mit Vereinfachungen und Analogien: Wie lässt sich die Idee einer Rollenorganisation visuell (mit Kreisen, Punkten, Strichfiguren und Pfeilen) darstellen? Gibt es ein Beispiel aus dem Alltag oder der Natur, das sich als Analogie heranziehen lässt? Alle Autor*innen überlegen sich bereits beim Schreiben, wie sich ihre Aussagen visuell verstärken lassen und teilen ihre Ideen in den Kommentaren.
  3. Wir schreiben nur über Dinge, in denen wir Profis sind oder über die wir mit Profis gesprochen haben. Unser Ziel ist immer, dass in unseren Texten Informationen und Beispiele stehen, die aus einer sehr breiten Wissensbasis als die relevantesten Dinge ausgewählt wurden, die es zu sagen gibt. Wir schreiben nicht über Themen, die wir uns selbst schnell per Recherche erschließen. Grundlage eines Textes sollte tiefes Wissen und idealerweise eigene praktische Erfahrung mit einem Thema sein. Das bedeutet, dass entweder die Rolle Autorin selbst Profi in dem Thema ist. Andernfalls spannt die Autorinnen-Rolle eine andere Person ein, auf die das zutrifft (z.B. als Rolle Input-Geberin, Co-Autorin oder Sparring).
  4. Jeder Artikel hat eine glasklare Aussage, und alles, was im Text steht, stützt diese Aussage. Jeder Text braucht eine klare Botschaft, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt. Wenn der Text fertig ist, sollte nichts mehr drinstehen, was nicht auf diese Aussage einzahlt. Wenn sich die Aussage des Textes erst im Entstehungsprozess herauskristallisiert, bauen wir aufbauend auf die Aussage eine (neue) Struktur für den Text.
  5. Jeder Artikel hat eine logische Struktur. Jeder Text braucht eine Struktur, die schlüssig ist und voll und ganz auf die Aussage einzahlt. Wenn der Text sagen will, dass A + B = C ist, dann sollten entsprechend Textteile zu A, B und C in ihm vorkommen, die zu der Gesamtaussage hinführen. Um sicherzustellen, dass wir Texte immer ausgehend von einer klaren Struktur entwickeln, bauen wir für jeden Text ein visuelles Gerüst, ehe wir mit dem Schreiben starten (z.B. in Miro).
  6. Wir zeigen nächste Schritte auf. Unsere Texte zeigen nicht (nur) mit den Fingern auf andere, sondern versuchen pragmatisch nächste Schritte abzuleiten, mit denen jeder von uns selbst anfangen kann, etwas zu verändern. Dabei bleiben wir aber nicht auf der Individualperspektive stehen (z.B. weniger konsumieren, um den Klimawandel zu stoppen), sondern unterstützen unsere Nutzerinnen darin, Änderungen im nächstgrößeren System, also unserem Team oder unserer Organisation, anzustoßen.
  7. Unser Lieblings-System ist die Organisation. Neue Narrative ist in allererster Linie ein Arbeitsmagazin. Menschen nehmen es mit in ihre Organisation und fangen dort an, etwas zu verändern. Das bedeutet auch, dass wir zwischen individueller, organisationaler und gesellschaftlicher Ebene unterscheiden. Unser Lieblings-System ist die Organisation (Was lässt sich in Teams, Firmen und anderen Organisationen verändern?), weil wir dort konkrete nächste Schritte anbieten können, die im Wirkkreis unserer Nutzer*innen liegen.
  8. Für jeden Text ist glasklar festgelegt, wofür es ihn braucht. Unsere Inhalte sollen einen Mehrwert für unsere Nutzer*innen haben. Damit wir das nicht aus dem Blick verlieren, hilft uns unser Nutzwert-Framework bei der Orientierung:

💡 Informationen liefern: enthält Informationen, die man teilen möchte (z.B. Wirtschaft in %, Gesundheitssystem)

🧼 Hilfe zur Selbsthilfe: skizziert ein Problem und zeigt Schritt für Schritt, wie man es lösen kann (z.B. Tools, Case Studies, Frag Fred)

👁️ Selbstreflexion: stößt Reflexionen an und hilft, nächste Schritte zu finden (z.B. Guides, Reflexionsfragen)

💞 Verbindung herstellen: zeigt den Nutzer*innen, dass sie nicht alleine sind und stellt emotionale Verbindung her (z.B. Es ist okay, Über uns)

🔮 Neue Perspektiven zeigen: hilft dabei, die Welt neu zu denken (z.B. Kinski meets McKinsey, Essays)

  1. Wir machen Angebote statt die Welt zu erklären oder so zu tun, als hätten wir die Lösung für alle Probleme gefunden. Wir bieten einen differenzierten Blick auf Umstände in Organisationen. Zum Beispiel sagen wir nicht, dass Selbstorganisation die beste Organisationsform für alle ist, sondern, dass sie für einige Menschen, unter bestimmten Umständen zu bestimmten Ergebnissen führen kann. Unser Ziel ist, dass Leser*innen ihre eigenen Schlüsse ziehen und die eigenen nächsten Schritte finden.

Nützliche Stilregeln


🧟 Gruselige Floskeln & Redewendungen

<aside> 💡 Schmückende Ausdrücke, Redensarten sowie unnötige Phrasen, die häufig klug klingen, aber wenig sagen

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„Man darf gespannt sein!“